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Sonderausstellung bis 15. April

"Auf breiten Schultern" - 750 Jahre Knappschaft

 

Im Bergbaumuseum Oelsnitz wird vom 17. Februar bis 15. April 2012 die  Wanderausstellung anlässlich das 750-jährigen Bestehens der „Institution“ Knappschaft gezeigt. Die Sonderausstellung wurde von der Renten-versicherung Knappschaft in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bergbaumuseum Bochum erarbeitet und stellt die Geschichte der Knappschaft in Schlaglichtern vor.

 

Die Wanderausstellung unter dem Titel „Auf breiten Schultern“ erfuhr durch Objekte, die das Bergbaumuseum Oelsnitz selbst zusammengetragen hat, zusätzliche Bereicherung. Verschiedene Zeugnisse der Knappschafts-geschichte im Erzgebirge sind somit hinzugekommen.

Dazu zählt ein Sargauflegekreuz aus Messing und Holz, vermutlich von der Schneeberger Knappschaft als Leihgabe des Museums für bergmännische Volkskunst, Schneeberg. Weiterhin bezog das Bergbaumuseum die Knappschaftsfahne des Hohndorfer Steinkohlenbauvereins aus dem Jahre 1884 als Leihgabe aus dem Museum Lugau. Auch das Stadtmuseum Aue stellt ein Sargauflegekreuz der Knappschaft am Heidelsberg, datiert 1680 sowie eine Tafelkanne der Knappschaft Freiberg aus dem Jahre 1761 zur Verfügung. Des weiteren stammen Objekte aus den Städtischen Sammlungen Schloß Burgk, Freital, darunter eine Barte und ein Säbel der Burgker Berg- und Hüttenknappschaft.

Ergänzt ist die Ausstellung darüber hinaus auch durch Objekte aus der Sammlung des Bergbaumuseums Oelsnitz selbst. Hier sind zum Beispiel verschiedene Schriftstücke zu sehen, darunter Rentenbescheide der Knappschaft aus verschiedenen Zeiten sowie Listen mit den seitens der Knappschaft zugelassenen Ärzten in Oelsnitz und Lugau.

 

Als älteste Sozialversicherung der Welt hat die Knappschaft das deutsche und europäische Sozialsystem geprägt wie kaum eine andere Institution. Sie ist entstanden aus den besonderen Gefahren im Bergbau und der daraus erwachsenen Notwendigkeit einer sozialen Absicherung der Bergleute und ihrer Hinterbliebenen.

 

In vielen Bereichen der sozialen und gesundheitlichen Absicherung war die Knappschaft in den vergangenen Jahrhunderten vorbildhaft und hat als sozialer Pfadfinder gewirkt. Hier haben soziale Sicherung und Krankheitsfürsorge ihren Ursprung. In der Geschichte der Knappschaft liegt die Geburtsstunde der Rentenversicherung und der Krankenversicherung, der Hinterbliebenenversorgung, der ersten Rentenformel und des ersten Ärztekollektivvertrages, der Sozialversicherungspflicht, der gemeinsamen Beitragszahlung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie der Begründung der sozialen Selbstverwaltung – alles lange bevor Bismarck und die Kaiserliche Sozialgesetzgebung im Jahr 1881 die historische Bühne betreten haben.

 

Seit fast 180 Jahren betreibt die Knappschaft moderne Krankenhäuser, die heute für alle Patienten zugänglich sind, seit über 110 Jahren Reha-Kliniken. In jüngster Zeit hat die Knappschaft mit ihren Gesundheitsnetzen zur Integrierten Patientenversorgung und mit ihrem Pilotprojekt zur elektronischen Patientenakte das Gesundheitssystem in Deutschland innovativ mitgestaltet.

 

Das alles sind Meilensteine auf dem Weg der Entwicklung unseres heutigen modernen Sozialstaates. Die Knappschaft hat in ihrer Geschichte bis heute einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung des Sozialsystems in Deutschland und darüber hinaus geleistet.

 

Bis 15. April 2012 kann die Ausstellung im Foyer des Rundbaus täglich außer montags zwischen 10 und 17 Uhr besichtigt werden.