Sidonia Hedwig Zäunemann 1711 - 1740
17. April bis 28. Mai 2012 im Foyer des Rundbaus
Sonderausstellung zur Poetin und ersten Frau im Ilmenauer Bergbau
Wer war diese Frau, auf die der erste überlieferte Aufenthalt in einem Bergwerk zurückgeht? Eine Wanderausstellung des GoetheStadtMuseums Ilmenau gewährt Einblick in diese spannende Frage. Vom 17. April bis 28. Mai 2012 ist diese Sonderausstellung zur Poetin und ersten Frau im Ilmenauer Bergbau im Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge zu sehen.
Sidonia Hedwig Zäunemann sah sich als Frau dem Manne ebenbürtig und tat etwas, das sich für Frauen ihres Zeitalters nicht schickte: Sie fuhr am 23. und am 30. Januar 1737 ins Ilmenauer Bergwerk ein. Das Erlebte fasste sie im Anschluss in dichterische Zeilen. Es muss eine Sensation gewesen sein. Sie schrieb sie ein für Frauen unübliches Gedicht mit 39 Strophen, das sie später als ihr Hauptwerk bezeichnete. Veröffentlicht wurde das Gedicht 1738 im Gedichtband „Poetische Rosen in Knospen“. Es war das Jahr der Verleihung des Ehrentitels einer kaiserlich gekrönten Dichterin durch die Universität Göttingen. Kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) befasste sich mehr als vierzig Jahre später mit dem Ilmenauer Bergbau und besaß in seiner Bibliothek das lyrische Werk der Sidonia Hedwig Zäunemann.
Die Ausstellung wird im Foyer des Rundbaus des Bergbaumuseum Oelsnitz gezeigt und kann im Ausstellungszeitraum täglich außer montags zwischen 10 und 17 Uhr besichtigt werden.
Lohntag im Schacht
10.06.2011 bis 31.08.2012 in der Lohnschalterhalle
"Lohntag im Schacht" - Eine Ausstellung des Kinderklubs des Bergbaumuseums Oelsnitz
Seitdem der Kinderklub des Bergbaumuseums 2009 ins Leben gerufen wurde, trifft er sich jeden Donnerstag, um über die verschiedensten Fragen zum Steinkohlenbergbau, aber auch zu andere Themen zu sprechen, zu basteln und zu experimentieren.
Im Januar 2011 stand ein Nachmittag unter dem Thema „Numismatik“, bei dem es unter anderem auch um Gepräge mit Bergbaubezug ging. Dabei kam im Kinderklub auch die Frage nach dem Verdienst der Bergleute auf. Es entstand der Wunsch, das Thema Entlohnung der Bergleute einmal intensiver zu betrachten. Schließlich entwickelte sich die Idee, zu diesem Thema eine Ausstellung zu erarbeiten. Die Kinder machten sich also auf die Suche nach Spuren, Dokumenten und Objekten, die über die Entwicklung der Bezahlung der Bergleute im Laufe der Jahrzehnte etwas aussagten.
Angeregt durch die Lohnschalterhalle, die im Bergbaumuseum noch original erhalten ist, stand für den Kinderklub immer wieder der Lohntag im Mittelpunkt. Der Zahl- oder Lohntag war nicht nur im Oelsnitzer Steinkohlenwerk der Termin, an dem Angestellte und Arbeiter des Schachtes ihren Lohn bzw. ihr Gehalt bar ausgezahlt bekamen. Charakteristisch dafür waren Lohntüten, in denen das Geld übergeben wurde. Im Laufe der Zeit veränderte sich die Weise der Auszahlungen. Zu Beginn erhielten so genannte Tagelöhner oder Eigenlöhner täglich den Lohn für ihre Arbeit. Sie hatten meist kein festes Arbeitsverhältnis. Bald wurde wöchentlich ausgezahlt und schließlich erhielten die Bergarbeiter ihren Lohn monatlich, allerdings in zwei Teilen: zuerst einen Abschlag, dann die Restzahlung. Die Restzahlung war eine genaue Abrechnung, bei der auch die Abzüge verrechnet wurden.
Der Vergleich der Lohnzahlung über die Jahrzehnte war für den Kinderklub sehr interessant, insbesondere im Vergleich zu der heutigen Zahlungsweise, wo eine monatliche elektronische Überweisung der Summe auf ein elektronisches Konto erfolgt.
Die Sonderausstellung wird in der Lohnschalterhalle des früheren Karl-Liebknecht-Schachtes und heutigen Museums gezeigt. Diese Halle diente von 1923 bis um 1950 zur Auszahlung des Lohns. Später erfolgte die Entlohnung im „Rundbau“ des Schachtes, die Lohnschalterhalle wurde dann zur Aufbewahrung von bergmännischem Gerät genutzt. Nach der Stilllegung des Bergbaus dienten die Zahlschalter in der Lohnschalterhalle als Verkaufsschalter einer HO-Verkaufsstelle.
Unterstützt wurde der Kinderklub bei der Erarbeitung der Ausstellung in großem Maße von Numismatikern und Mitgliedern des Fördervereins, ohne deren Mitwirkung dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre.








