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Objekt des Monats Juni

Ein schlichter Holzrahmen, eine mittlerweile stumpfe Glasscheibe, dahinter als Postkartenmotiv das Steinkohlenwerk „Gottes Segen“ Lugau, das fließend in eine gemalte Landschaft übergeht – im Diorama des Künstlers Max Junghans gibt es viel zu entdecken. Das markanteste und ungewöhnliche allerdings sind kleine Steinkohlenkrümel. Der 1928 durch Unfall pensionierte Steiger des Steinkohlenwerkes „Gottes Segen“ in Lugau Max Junghans hinterließ ein solches Werk. Mehr als 25 Jahre war er im Werk beschäftigt. Die idyllische, idealisierte Darstellung des Schachtes als Diorama ist ein sehr frühes Beispiel dafür, wie ein Bergmann seine Arbeit, seinen Arbeitsplatz, sein Leben reflektierte. Das Diorama ist das Objekt des Monats Juni. Ganz bewusst hat sich unsere Abteilung Sammlung und Ausstellungen für das Diorama entschieden, verweist es doch auf die aktuelle Sonderausstellung INDUSTRIELandschaft – Westsächsische Industriegeschichte im Spiegel der Kunst, die am 9. Juni eröffnet wird.

Objekt des Monats Mai

Das Dräger-Sauerstoff-Klein-Gasschutzgerät Modell 130 ist genau genommen kein wirkliches Bergbaurettungsgerät. Ursprünglich wurde es für Feuerwehren entwickelt, fand aber besonders in Sachsen, bei den Grubenwehren Verwendung. Die Einsatzdauer betrug etwas mehr als eine Stunde. Im Einsatzfall wird die ausgeatmete Luft durch Alkali von der Kohlensäure befreit, sodass die gereinigte Luft erneut eingeatmet werden kann. Bei Sauerstoffmangel erfolgte ein Warnsignal. 

Das Drägerwerk stellte 1904 ein erstes Atemschutzgerät vor. Es enthielt als entscheidenden Entwicklungsschritt auf diesem Gebiet erstmals eine Kohlensäurepatrone zur Reinigung der Atemluft in einem geschlossenen Atemkreislauf. Bereits seit den 1890er Jahren wurden unter bergbehördlicher Aufsicht auf den Kaiserin-Augusta-Schacht vielfältige Versuche mit Rettungsgeräten unternommen. 1907 nahm die erste Unfallhilfestelle in Oelsnitz ihren Dienst auf.

 

Objekt des Monats April

Kinder haben oft einen anderen Blick auf die Welt und auf Dinge, die sie interessieren. Mit dem Objekt des Monats April versucht das museumspädagogische Team genau diesen Blick aufzugreifen. Im Rahmen des Projektes „Hinter verschlossenen Türen“ haben Fünftklässler des Förderschulzentrum Oelsnitz/Erzgebirge im Archiv des Bergbaumuseums Oelsnitz/Erzgebirge ein Bergbauhorchgerät mit Zubehörkasten der Grubenwehr entdeckt und sich anschließend intensiv damit beschäftigt. Ihre Erkenntnisse präsentieren sie im Monat April der Öffentlichkeit. Das Horchgerät BHG von 1958 ist ein nicht gerade ansehnlicher grüner Metallkasten. Eine graue Holzkiste aus dem Jahr 1963 enthält das empfindliche Zubehör. Beide Objekte, die von der Grubenrettungsstelle des Martin-Hoop-Schachtes in Zwickau stammen, gehören zusammen. Im Falle eines Unglücks hatten die Steinkohlenkumpel, die Chance, sich mit Klopfzeichen bemerkbar zu machen. Das Spezialmikrofon konnte diese Klopfzeichen aufnehmen und verstärken, so dass sie über Kopfhörer gehört werden konnten. Die Grubenwehr spürte so Verschüttete auf, gelangte zu den Verletzten und konnte dabei Kontakt mit der Außenwelt halten. Die Retter nutzten vorhandene Rohre in den Strecken zur Verstärkung und zum Weiterleiten der Signale.

 

Objekt des Monats März

Objekt des Monats: Weibliches Gesäß in der Vitrine „Wissen Sie, was im Bergbau ein Weiberarsch ist?" Der doppeldeutige Begriff meint eine Schaufel, die eine markante Herzform hat und deshalb an einen Frauenpopo erinnert. Ein "Weiberarsch" ist diesmal unser Objekt des Monats. Im sächsischen Steinkohlenbergbau wurden solche Schaufeln erst ab 1925 nachweislich verwendet. Die Steinkohlenkumpel haben bis dahin mit Kratze und Trog gearbeitet. Ab Mitte der 1920er Jahre hat sich der "Weiberarsch" – ebenso wie ab Ende der 1920er Jahre der Pickhammer – schnell und nachhaltig verbreitet. Er zählt heute zu den bekanntesten Spezialwerkzeugen des Bergbaues. Und während einer Führung durch unser Anschauungsbergwerk erfahren Sie, wie die Herzschaufel zu ihrem Namen kam.

Objekt des Monats Februar

Eine „goldene“ Schreibmaschine ist das Exponat des Monats Februar im Bergbaumuseum. Die Belegschaft des Karl-Liebknecht-Werkes hatte das einmalige Stück 1987 Direktor Rolf Vogel zum 65. Geburtstag geschenkt. Aus Anlass des besonderen Geschenks wurde die Maschine vergoldet, damit sie sich von anderen abhebt. Vogel oblag die schwierige Überleitung, aus Bergleuten eine „feinmechanische“ Belegschaft zu formen. Die Einstellung des Steinkohlenabbaus im Jahr 1971 erforderte diesen Schritt.

Vogel gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins unseres Bergbaumuseums, der heutigen Knappschaft des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers. Zudem ernannte ihn der Sächsische Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine zum Bergmeister. Bei der „goldenen“ Schreibmaschine handelt es sich um eine Lizenzproduktion der Olivetti „Lettera 36“, die ab 1983 hergestellt wurde. Anschlag und Zeilenvorschub wurden durch einen Motor realisiert. Darüber hinaus besaß die Schreibmaschine keine Elektrik und konnte auch nicht mit einem Computer gekoppelt werden. Der Preis für dieses Modell lag bei mehr als 1.100 Mark. 

Objekt des Monats Januar

Er stemmt sich kraftvoll mit dem Bohrhammer gegen die Steinkohle. Sein angespanntes Gesicht spricht Bände. Die Schnitzerei „Der Kohlenkumpel“ war im Jahr 1964 ein Auftragswerk, das Volkskünstler Peter Thust ins Holz brachte. Karl Kallus aus Glauchau hat dem Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge die markante Schnitzerei geschenkt. Sie stammt aus dem Nachlass seines Vaters, der einst Redakteur der Betriebszeitung „Vortrieb“ war. 

Objekt des Monats Dezember

Passend zur Advents- und Weihnachtszeit schenken wir Ihnen im Dezember reinen Wein, genauer gesagt klaren Trinkbranntwein, ein. Diesen gab es für die Bergleute als Sachleistung ergänzend zum Lohn. Das Deputat war nicht nur bei den Beschäftigten im Bergbau beliebt, sondern es war bis ins 20. Jahrhundert hinein auch in der Landwirtschaft gängige Praxis. Dort ging es hauptsächlich um Wohnung und Kleinvieh. Die bekannteste Sachleistung im Bergbau war jedoch ab Mitte 1945 der Schnaps. Eine Flasche Fusel von der Firma Paul Schubert, Likörfabrik aus Lauter im Erzgebirge, gelangt nun zu besonderer Ehre: Sie ist unser Objekt des Monats. 

Objekt des Monats November

Im November präsentiert das Bergbaumuseum erneut ein einzigartiges Objekt aus der Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst. Als Exponat des Monats wird die Holzskulptur „Grabender“ aus Lindenholz von Heinz Heger um 1960 gezeigt.

Seit Januar 2015 sind wir für die zahlreiche Kunstwerke der Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst verantwortlich. Mit dem Objekt des Monats November möchten wir ein besonderes Augenmerk auf diese Sammlung legen.

Heinz Heger wurde 1932 in Bärenstein geboren. Nach seiner Lehre erhielt er 1953 erste künstlerische Anregungen, 1960 erfolgte die Meisterprüfung und 1963 die Anerkennung als Kunstschaffender im Handwerk. Von 1965 bis zu seinem Tod im Jahre 2000 war er freischaffend als Holzgestalter in Bärenstein tätig. Bekannt geworden ist Heinz Heger v.a. durch zahlreiche baugebundene Arbeiten und seine einzigartigen gedrechselten und teilweise geräucherten Holzschalen. Über Jahrzehnte stand das Material Holz im Mittelpunkt seines Schaffens.

Die Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst verfügt dank einer Schenkung der Witwe über 42 Holzobjekte des Künstlers, darunter Leuchter, Schalen und einige figürliche Schnitzarbeiten, zu denen auch die ausgestellte Holzskulptur gehört.

Objekt des Monats Oktober

Im Oktober möchten wir erneut besondere Vermächtnisse der Bergbaugeschichte präsentieren . Als Exponat(e) des Monats zeigen wir einzigartige „Schätze der Bibliothek“.

Unter anderem werden eine Dissertation über die Rechtslage des Steinkohlenberg-baues aus dem Jahre 1742, ein Berg-Register der Frisch-Glück-Fundgrube zu Johanngeorgenstadt von 1748 und die seltene Reprint-Ausgabe von Agricolas berühmten zwölf Büchern über das Berg- und Hüttenwesen, gedruckt 1928, zu sehen sein. Dazu gehört aber auch ein Buch zur Bergbaukunde, das der spätere technische Direktor des Oelsnitzer Hedwigschachtes, Heinrich Mauersberger, während seiner Studienzeit in Freiberg um 1880 handschriftlich anlegte.

Der Bergbau hat seit Jahrhunderten, besonders im weiteren Erzgebirgsraum, Geschichte, Kultur, Sozialwesen und Lebensart geprägt. Der Bergmann war die Leitfigur und der Träger aller Hoffnungen auf ein einfaches, aber doch gesichertes Leben. Auch unzählige Nebengewerke hatten mit dem Bergbau ihre Existenz. Dies zu bewahren und den folgenden Generationen zu erhalten ist das Hauptanliegen unserer Bibliothek.

Die ausgestellten Bücher sind Schätze, denn sie sind die Träger, Hüter und Bewahrer von Tradition und Wissen. Viel mehr literarische Kostbarkeiten hat unsere seit kurzem nutzbare Bibliothek zu bieten. Deshalb möchten wir allen "Schatzsuchern" mit dem Objekt des Monats einen Einblick in den vielfältigen Bestand dieser geben.

Neue Ausgabe der Zeitschrift „Die Turmstütze“ erschienen

(30.09.2016) Ab sofort ist eine weitere Ausgabe der Museums- und Knappschaftszeitschrift „Die Turmstütze“ erschienen. Inhalte u.a.: „Alles nur heiße Luft? – 200 Jahre Heißluftmotor und kein Ende“ – ein Beitrag zur aktuellen Sonderausstellung, ein Artikel über die Geschichte des Vereins königstreuer Knappen im Lugau-Oelsnitzer Kohlenrevier, eine persönliche Erinnerung an 30 Jahre Bergbaumuseum, ein Artikel zum Abriss der Meinertschen Spinnmühle in Lugau oder ein Beitrag im Rahmen der sächsischen Kohlenstraße zum Bergbau in und um Hainichen b. Chemnitz. Die neue Turmstütze ist im Museumsladen für 3 Euro erhältlich. Gern schicken wir Ihnen diese jedoch auch auf dem Postweg gegen zusätzliche Erstattung des Portos zu.

 

 

8. großer Dampf- und Modelltag


Endlich ist es wieder soweit - mit Volldampf rückt der diesjährige Dampf- und Modelltag immer näher! Für unsere Gäste gibt es eine ganze Menge zu erleben und bestaunen. Mehr als 200 Modell-Dampfmaschinen und Verkehrsmodelle zischen und fauchen in jeder Ecke des Museums. Auch fliegende, schwimmende und tauchende Objekte können bewundert werden und lassen Modellfreunde jeden Alters noch einmal Kind sein.

Doch es geht noch weiter: Sachsens größte noch funktionierende Dampffördermaschine ist ebenfalls in Betrieb. Und Führungen durch unsere vielbeachtete Sonderaustellung "Alles nur heiße Luft?" - 200 Jahre Heißluftmotor... und kein Ende. werden auch angeboten.

Alle kleinen Gäste erwartet ein buntes Kinderangebot mit Fahrten auf der Modell-Dampfeisenbahn, einer Hüpfburg und natürlich unserem "Zwergenschacht".

Machen Sie Dampf und lassen Sie sich diesen Aktionstag nicht entgehen! Eintritt: 3,50 € Erwachsene, 2,50 € Ermäßigte.

 

Objekt des Monats September


Im September präsentieren wir erneut besondere Objekte aus unserem vielseitigen Bestand. Als Exponat(e) des Monats werden dieses Mal Kontrollmeter und Hängezeug, bestehend aus Gradbogen, Hängekompass und Maßband gezeigt.

Es handelt sich hierbei um Instrumente des Markscheiders, dem „Vermessungsingenieur unter Tage“. Er war für die Einhaltung der Abbaugrenzen und das Vermessen der Grube verantwortlich. Das Wort Markscheide hat einen viel älteren Ursprung: Bereits im Mittelalter bezeichnete es die Grenzen eines Abbaufeldes, indem Bergbau betrieben werden durfte.

Um mit dem Hängekompass messen zu können, wurden zunächst entlang des zu vermessenden Abschnitts die Messpunkte vermarkt. Beginnend an einem bekannten Vermessungspunkt wurde zwischen diesen straff eine Schnur gezogen. Dann wurden Kompass und Gradbogen nacheinander an einer straff gespannten Schnur eingehängt um Streichgrad und Neigung zu bestimmen. Zum Schluss wurde mit dem Maßband der Abstand zwischen den beiden Messpunkten ermittelt. Am Kontrollmeter wurden die Maßbänder auf ihre Stimmigkeit hin kontrolliert.

Mehr Vermessungsinstrumente sehen Sie in unserer Dauerausstellung und in unserem originalgetreuen Anschauungsbergwerk kann man die Arbeit des Markscheiders nachvollziehen.

Objekt des Monats August


Im August präsentieren wir erstmals ein einzigartiges Objekt aus unserer Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst. Als Exponat des Monats gibt es den Druckstock „Plattengut mit Pöhlberg“ von Rudolf Manuwald zu sehen.

Seit Januar 2015 sind wir für die zahlreiche Kunstwerke der Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst verantwortlich. Mit dem Exponat des Monats August möchten wir ein besonderes Augenmerk auf diese Sammlung legen.

Der Annaberger Künstler Rudolf Manuwald schuf in den 1950er Jahren
eindrucksvolle Holzschnitte. Auch seine markanten Schwarzweiß-Drucke, zu denen der hier gezeigte Druckstock gehört, sind nicht zu unterschätzen. Auf dem ausgestellten Katalogtitel (1996) ist der fertige Abdruck zu sehen, der natürlich seitenverkehrt erscheint.

Mit dem Objekt des Monats ehren wir den 100. Geburtstag von Rudolf Manuwald. Zu diesem Anlass präsentieren wir auf Schloss Schlettau eine umfangreiche Ausstellung über sein Schaffen.

Neues Angebot: Führung mit dem Kohlenmesser Wendler

Im Jubiläumsjahr haben wir ein neues Angebot für alle Museumsfreunde:

Gemeinsam mit August Albin Wendler, Kohlenmesser der Gewerkschaft Gottes Segen fahren Sie ein - 80 Jahre zurück und 600 Meter tief. Extra für Sie öffnet er an diesem Tag die Räume des Landabsatz und (ent)führt mit einem Augenzwinkern in den Kaiserin-Augusta-Schacht.

Nur mit ihm blicken Sie hinter die Kulissen und erhalten Einblicke in die intensive Arbeitswelt des Übertagebetriebes. Doch das war noch nicht alles - Kohlenmesser Wendler hält auch noch eine kleine Überraschung für Sie bereit...

Nähere Informationen zur "Führung mit dem Kohlenmesser Wendler" finden Sie hier.

Neue Sonderausstellung: „Alles nur heiße Luft?" - 200 Jahre Heißluftmotor… und kein Ende

 

Anlässlich des 200. Jahrestag der Erfindung des Stirling-Motors zeigen wir in Kooperation mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau seit dem 21. Mai 2016 einmalige Klein- und Großmotoren sowie bezaubernde Spielzeuge. 

1816 erfand der schottische Pfarrer Robert Stirling den Heißluftmotor. Als zuverlässiger, anspruchsloser, sparsamer und ruhiger Antrieb erlangte dieser vielfältigsten Einsatz in Industrie und Haushalt. Wichtiges Fertigungszentrum war Sachsen – die Motoren der Zwickauer Firma Louis Heinrici beherrschten weite Bereiche des Weltmarktes. 

Diese einmalige Ausstellung basiert auf einer der bedeutendsten europäischen Sammlungen von Stirling-Motoren, die zum ersten und zugleich letzten Mal öffentlich präsentiert wird. Mehr als 70 auserlesene, zum größten Teil sehr seltene Exponate befinden sich in der Exposition. Unter anderem zeigen wir detailgetreue Nachbauten der ersten Heißluft-Kraftmaschine von Robert Stirling von 1818. Besonders anschaulich wird das Antriebskonzept auch durch wunderschöne Spielzeugmotoren. Ein inszeniertes Wohnzimmer um 1910 mit einer einmalig schönen und seltenen Zimmerfontäne mit Aquarium, einem heißluftgetriebenen Grammophon, einem Raab Ventilator und verschiedenen Spielzeugen ist ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung. Ebenso gibt es verschiedenste, originale Modelle des Weltmarktführers Louis Heinrici in Zwickau zu bestaunen: vom Fontänenmotor aus der Frühzeit bis hin zu Kraft- und Pumpmotoren gibt es vieles zu entdecken.