Foto: Archiv Bergbaumuseum

Objekt des Monats Juli

Rohling für Leiterplatten für elektronische (sog. Quarz-) Uhren

um 1985

Was verbindet Leiterplatten für elektronische Uhren mit dem sächsischen Steinkohlenbergbau? - Auf den ersten Blick erschließt sich der Zusammenhang nicht. Setzt man das Objekt des Monats des Bergbaumuseums Oelsnitz/Erzgebirge - ein Rohling für 40 Leiterplatten - mit der Geschichte des Abbaus der "Schwarzen Diamanten" in Beziehung, wird die Verbindung deutlich: Denn nach Ende des Bergbaus wurden die Beschäftigten im Zuge der sogenannten Umprofilierung umgeschult und bekamen Arbeit in anderen Betrieben. Dazu gehörte auch der VEB Kontaktbauelemente und Sondermaschinen in Gornsdorf, der das Objekt des Monats herstellte.

Der Grund für die Umprofilierung: Der Steinkohlenbergbau in der DDR erwies sich als unrentabel und wurde nur mit massiven staatlichen Subventionen aufrechterhalten. Außerdem wurde im Dezember 1967 durch den Ministerrat die schrittweise Einstellung der Steinkohlenförderung beschlossen. Man war sich bewusst, dass durch den Wegfall dieses Bergbau- und Industriezweiges insbesondere in den Gebieten um Zwickau und Lugau-Oelsnitz zugleich das gesamte wirtschaftliche, vor allem aber gesellschaftliche Gefüge der Region durch Arbeitsplatzverluste und Abwanderungsbewegungen gefährdet war. Um diesem Prozess entgegenzuwirken, entschloss man sich, eine großangelegte Umprofilierung anzugehen. Im Zuge dessen wurden die knapp 17.700 Erwerbstätigen im Lugau-Oelsnitzer und Zwickauer Steinkohlenrevier in bereits bestehende Werke integriert oder man verschaffte ihnen Arbeitsplätze in Betrieben, die unter Einbeziehung der jeweiligen Standortvoraussetzungen und -bedürfnisse sowie unter der teilweisen Nutzung der Übertageanlagen neu errichtet wurden. Bei der Wahl des Nachfolgeberufes wurden persönliche Voraussetzungen wie Alter, Qualifikation und Wohnort, die körperliche Eignung ebenso wie individuelle berufliche Interessen berücksichtigt.

Einer von 16 Betrieben, die den ehemaligen Beschäftigten im Steinkohlenbergbau im Lugau-Oelsnitzer Revier Arbeit boten, war der VEB Elektrogerätewerk Gornsdorf. Dieser wurde 1956 gegründet und verschmolz 1970 mit dem VEB Spezialmaschinenbau Gornsdorf zum VEB Kontaktbauelemente und Sondermaschinen Gornsdorf. Dort wurden unter anderem Leiterplatten für Taschenrechner und Uhren hergestellt, wie das Objekt des Monats verdeutlicht. Im Zuge der Umprofilierung wuchs der Betrieb stark an und erlangte große Bedeutung.

Die Zeugnisse der Restrukturierungen werden aus zwei Gründen im Bergbaumuseum aufbewahrt: Zum einen schloss sie direkt an den sächsischen Steinkohlenbergbau an. Zum anderen wurde das Projekt im In- und Ausland als beispielhafte Lösung für die Umgestaltung einer Region bei Wahrung ihrer Potenziale wahrgenommen. Ebenso wie das Objekt des Monats gehören diese Zeugnisse dem Sammlungsbereich Umprofilierung und Nachfolgeindustrie an. Dieser entstand erst vor wenigen Jahren und ist deshalb noch im Aufbau. Die Sammlung soll künftig unter anderem mit Exponaten, die die Produktpalette der Nachfolgebetriebe widerspiegeln, aber auch Erwerbsbiographien, in denen der Wandel deutlich wird, kontinuierlich erweitert werden. Vielleicht haben auch Sie noch Dinge im Haushalt, die für das Museum interessant sein könnten? Das Museum freut sich über Angebote von Objekten, die zum Beispiel zu diesem Sammlungsbereich passen.

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