Foto: Heino Neuber

Objekt des Monats September

Miniaturen: Steinkohlenbergleute in Paradeuniform

2009

Bergbau und Kunsthandwerk – dafür ist das Erzgebirge bekannt. Das Objekt des Monats September des Bergbaumuseums Oelsnitz/Erzgebirge vereint beides. Genau genommen handelt es sich um eine Objektgruppe: vier Miniaturfiguren von Steinkohlenbergleuten in Paradeuniform aus dem Sammlungsbereich (Volks)Kunst und Kunsthandwerk mit Bergbaubezug.

 

Die vier Figuren wurden als Satz herausgeben und stellen einen Hauer, einen Bergknappen mit Fahne, einen Reviersteiger und einen Schmied dar. Allesamt tragen nachempfundene Paradeuniformen des Lugau-Oelsnitzer sowie des Zwickauer Steinkohlenreviers. Die Kleidung wurde erstmals 1854 in den westsächsischen Kohlegebieten mit der „Einkleidungs- und Paradedienstordnung für den Knappschaftsverband auf den Werken des Erzgebirgischen Steinkohlenaktienvereins“ in Zwickau geregelt. Je nach Rang und Gewerk des Besitzers wichen die Uniformen innerhalb eines Unternehmens leicht voneinander ab. Im Laufe der Zeit entstand ein eigenständiges bergmännisches Habit. Auch wenn die Kleidung der verschiedenen Steinkohlewerken sich voneinander unterschieden, gab es dennoch einige Gemeinsamkeiten. So herrschte bei den Uniformen etwa die Farbkombination von Schwarz und Silber vor. Weitere Kennzeichen waren vor allem das Tragen langer schwarzer Hosen sowie die Verwendung der Meißnischen Mauerkrone an den Schachthüten bei allen Dienstgraden und Gewerken.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 

Die Objektgruppe des Monats stammt aus Seiffen. Der dort ansässige Betrieb Kunsthandwerk Walter Werner fertigt bereits seit über 60 Jahren sogenannte Werner-Figuren an. Der Zwickauer Armin Morgner schlug dem Firmeninhaber Siegfried Werner vor, neben den bereits vorhandenen Miniaturen der Bergleute des sächsischen Erzbergbaus auch den sächsischen Steinkohlebergbau ins Sortiment aufzunehmen. Damit die Uniformen und die Ausstattung der Bergleute den originalen Vorbildern möglichst nahekommen, wurde Heino Neuber, heute Mitarbeiter des Bergbaumuseums Oelsnitz, hinzugezogen. Der Grund: Er forschte zu der Kleidung der Bergleute im Lugau-Oelsnitzer Revier. Im Oktober 2009 wurden die Figuren auf der Zwickauer Mineralienbörse vorgestellt. Der erste Satz bestand aus der Objektgruppe des Monats. In der Zwischenzeit wurden noch weitere Bergleute aus dem sächsischen Steinkohlenbergbau in das Sortiment aufgenommen. So sind nun beispielsweise auch Musiker oder ein Bergdirektor erhältlich.

Die Miniaturfiguren aus Seiffen gehören dem Sammlungsbereich (Volks)Kunst und Kunsthandwerk mit Bergbaubezug an. Die volkskünstlerische Tätigkeit ist im Erzgebirge eng mit dem Bergbau verbunden. So entstanden die Werke oft nach Feierabend der Bergleute und es bildeten sich entsprechende Vereine. In der DDR gab es Mal- und Zeichenzirkel. Der Steinkohlenbergbau bildet zudem eine Motivik für unterschiedliche Kunstschaffende in verschiedenen Epochen.

Die Sammlung des Bergbaumuseums beinhaltet eine große Spannbereite an Werken: Sie reichen von der kleinen Schnitzplastik bis zu einem bergmännischen Weihnachtsberg des Planitzer Schnitzvereins, von Tonarbeiten bis zu Gemälden. Die (Hobby)Künstlerinnen und Künstler selbst gehörten dem Arbeiter- und Beamtenstand ebenso an, wie es sich um bekannte Vertreter verschiedener Kunstgattungen handelt.

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