Foto: Teppner

Objekt des Monats Januar

Acetylen-Sicherheitslampe, Patent Wiede

Eines der markantesten Ausstattungsstücke des Bergmanns, neben Schlägel und Eisen, ist die Grubenlampe. Ihre große Bedeutung ist ein Grund, warum sie als Symbol zur feierlichen „Letzten Schicht“ im Zuge der Museumserneuerung verpackt wurde. Ein weiterer Grund für die Wahl genau dieser Lampe als Objekt des Monats Januar ist die wichtige technische Errungenschaft, welche diese Lampenart darstellt.

Waren zu Beginn des hiesigen Steinkohlenbergbaus noch Grubenlampen mit offener Flamme üblich, so wurde nach dem Grubenunglück von 1879 die ausschließliche Verwendung von Sicherheitslampen amtlich angeordnet. Ihr Vorteil war, dass sie keine offene Flamme besaß. Die Flamme war zunächst von einem Metallkorb geschützt, der später durch einen Glaszylinder für mehr Lichtausbeute erweitert wurde. Im Steinkohlenbergbau bargen offene Flammen oder das Anzünden von Lampen die Gefahr von Explosionen. Beim Abbau der Steinkohle wird das geruchlose, aber leicht entzündbare, Methangas freigesetzt. Ein kleiner Funke genügt, um eine sogenannte Schlagwetterexplosion auszulösen, welche oftmals zahlreiche Todesopfer zur Folge hat.

Nach der Einführung der Sicherheitslampen entwickelten sich schnell unterschiedliche Ausführungen mit diversen Weiterentwicklungen und Verbesserungen. Das abgebildete Modell ist eine Acetylen-Sicherheitslampe. Das mittels Karbid und Wasser erzeugte Gas Acetylen hatte im Vergleich zu anderen Brennstoffen eine sehr helle Flamme, die allerdings auch große Hitze erzeugte. Die Neuerung beim Patent Wiede waren die Rippenkühler über dem Glaszylinder. Das für seine gute Wärmeleitfähigkeit bekannte Aluminium verhinderte, dass sich der obere Teil der Lampe durch die Acetylenflamme zu stark erhitze.

Den Namen erhielt das Patent von Georg Alfred Wiede (1864-1925). Als Sohn einer wohlhabenden Bockwaer Familie hatte er in Freiberg Bergbau studiert und war ab 1889 Bergdirektor der Gewerkschaft Morgenstern in Reinsdorf bei Zwickau. Wiede, der Erfinder und ein guter Geschäftsmann war, trug mit zahlreichen Erfindungen dazu bei, die Arbeit unter Tage zu verbessern.

Am 25. April 2020 wird die Sicherheitslampe als eines von drei Objekten zur feierlichen Eröffnung des Schauplatzes Kohle der 4. Sächsischen Landesausstellung Industriekultur wieder ausgepackt und nimmt ihren Platz inmitten der umfangreichen Lampensammlung des Bergbaumuseums Oelsnitz/Erzgebirge ein.

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