Objekt des Monats Dezember

Bergmann aus Mülsen St. Micheln

Die Recherche zum aktuellen Objekt des Monats wurde diesmal von einer Praktikantin übernommen. Melissa Vieweger unterstütze das Museumsteam in der vorletzten Novemberwoche im Rahmen ihres Schülerpraktikums. Der abgebildete Bergmann wurde erkoren, da er ihrer Meinung nach sehr gut in den Monat Dezember passt. Die frühere Besitzerin des Stückes, Frau Gertraude Seifert aus Mülsen St. Micheln, hatte ihn selbst Jahre lang zu Weinachten im Fenster stehen.

Das Objekt des Monats Dezember war ein Geschenk. Der Ehemann von Frau Seifert war selbst Bergmann, fuhr auf Martin Hoop IV ein und hatte die Auszeichnung „Verdienter Bergmann“ der DDR erhalten. Später im Ruhestand zu seinem 65. Geburtstag erhielt er das schöne Erinnerungsstück von einem Kumpel. Bei letzterem handelte es sich um den Schwiegervater des Sohnes der Seiferts, Herrn Manfred Friebel aus Zwickau. Er war, laut der Aussage von Frau Seifert, selbst Mietglied im Zwickauer Steinkohlenbergbauverein und schnitzte in seiner Freizeit leidenschaftlich gern.

Die Schnitzerei aus dem Jahr 2001 ist ein gutes Beispiel des nach wie vor lebendigen bergmännischen Brauchtums. Die 42,5 cm große Figur aus unbehandeltem Nadelholz trägt eine nicht spezifizierte Uniform. In der linken Hand hält sie eine Barte und in der rechten einen Kelch, der zugleich Halterung für eine Kerze ist. Der Bergmann steht auf einem Sockel und vor ihm liegt eine Erzmulde mit verschiedenen Steinen. Außerdem trägt er die typische Tzscherpertasche mit einem Tzscherpermesser um den Bauch. Auf seinem Schachthut mit Federstutz ist das sächsische Wappen zu sehen.

Der Kontakt zu Frau Seifert entstand durch einen Artikel des Museums in der Zeitung. Sie meldete sich auf unseren Aufruf zur Kumpelgalerie. Dieser geplante Bereich der neuen Dauerausstellung wird sich mit den Menschen im sächsischen Steinkohlenbergbau beschäftigen. Hierzu wurden bereits in einigen Medien Leser, vor allem ehemalige Arbeiter und Arbeiterinnen der Steinkohlenwerke, um Mitwirkung gebeten. Die Absicht der Kuratoren ist es, bekannte und unbekannte Bergarbeiter zu zeigen und zu würdigen. Frau Seifert übergab dem Bergbaumuseum diesen Bergmann und weitere Dokumente und Fotos, da ihr Mann bereits 2010 verstorben war, um diese Erinnerungsstücke in guten Händen zu wissen. In der neuen Dauerausstellung erstrahlt der Bergmann dann in neuem Licht und nimmt seinen Platz im erneuerten Bergbaumuseum zur geplanten Eröffnung im Jahr 2023 ein.

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