Foto: S. Teppner

Förderung erhalten

Bereits 2020 hat der Verein Welterbe Montanregion Erzgebirge die Neugestaltung von Informationstafeln des Querschlages Lugau-Oelsnitz der entstehenden SÄCHSISCHEN KOHLENSTRASSE gefördert. In diesem Jahr können nun gleich zwei Vorhaben dank der Unterstützung aus dem Kleinprojektefonds angegangen werden. Das eine ist die Vervollständigung der neuen Tafeln, das andere die Herstellung eines inklusiven Tastmodells für die neue Dauerausstellung des Bergbaumuseums Oelsnitz/Erzgebirge. Geschaffen wird es derzeit durch den Holzbildhauermeister Matthias Dietzsch in Geyer.

Nun sind sie fast alle angebracht: die ersten Tafeln für die entstehende SÄCHSISCHEN KOHLENSTRASSE im Abschnitt des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers. Nachdem bereits am 2. Juli gemeinsam mit dem Schirmherrn, Staatsminister Martin Dulig, die ersten, neugestalteten Schilder vorgestellt wurden, beschließt der neu angelegte Traditionspunkt am früheren Viktoria-Schacht in Lugau die erste Stufe der Aufwertung zum Querschlag des sachsenweit angelegten Vorhabens. Möglich wurde das durch eine wiederholte Förderung aus dem Kleinprojektefonds des Vereins Welterbe Montanregion Erzgebirge und die Unterstützung des Vereins GemeinsamStark im Erzgebirge e.V. aus Lugau. Er ermöglichte unkompliziert die Umsetzung des bislang versteckt gelegenen Traditionspunktes in das eigene Grundstück am einstigen Verwaltungsgebäude der Grube an der Viktoriastraße in Lugau. Alle übrigen Tafeln brachten unsere fleißigen Pfleger der Standorte, die Bergkameraden Peter und Hans-Jochen Vogel an, die seit vielen Jahren gegen eine kleine Ehrenamtspauschale der Bürgerstiftung Dresden im Projekt „Wir für Sachsen“ Großes leisten.

Während in Hohndorf durch umfangreiche Unterstützung der Gemeinde, die ebenfalls Förderung durch den Welterbe-Verein erhielt, bereits vier vollkommen in Wert gesetzte Traditionspunkte realisiert wurden, übergab nun am 3. November 2021 der Geschäftsführer des Vereins, Steve Ittershagen, einen weiteren Förderbescheid über EUR 2.000,- an die Knappschaft. Damit sollen alle weiteren der insgesamt 44 Standorte ebenfalls neue Informationstafeln erhalten. Durch wesentlich mehr Hintergrundangaben, technische Daten und Bildmaterial erzählen sie mehr als bisher zu den authentischen Geschichtsorten.

Dabei ist das im besten bergmännischen Wortsinne weitere Vortreiben der SÄCHSISCHEN KOHLENSTRASSE nicht nur Anliegen der Knappschaft und vieler weiterer Akteure in den früheren Lagerstätten der „Schwarzen Diamanten“ Sachsens – vielmehr ist auch das Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge als Museum des sächsischen Steinkohlenbergbaues eine der treibenden Kräfte des Vorhabens. Aus diesem Grund nahmen den Übergabetermin mit Steve Ittershagen der Vorsitzende der Knappschaft, Bergkamerad Heino Neuber, und der Museumsleiter, Bergkamerad Jan Färber, gleichermaßen wahr.

Und das hatte noch eine weitere Bewandtnis: die Knappschaft, die sich seit ihrer Gründung vor mehr als drei Jahrzehnten immer auch als Förderverein des Museums versteht, erhielt gleich einen weiteren Förderbescheid über EUR 2.000,- aus dem Kleinprojektefonds. Diesmal aber für die Herstellung eines inklusiven Tastmodells eines erzgebirgischen Bergmannes in Arbeitstracht. Es wird einmal der barrierefreien Vermittlung in der neuen Dauerausstellung des Museums dienen und bereichert damit den Weg des Hauses zu einem „Museum für alle“. Zugleich stellt diese Schnitzfigur den übergeordneten Bezug zur Montanregion Erzgebirge her, in der sich das Bergbaumuseum befindet. Die Schnitzfigur ist so gestaltet, daß sie in einem ganz eigenen „Zuhause“ transportfähig ist und zu museumspädagogischen Projekten außerhalb des Museums eingesetzt werden kann. Geschnitzt wird sie durch den Holzbildhauermeister Matthias Dietzsch in Geyer, mit dem nun spezielle Absprachen zur begreifbaren Gestaltung mit Renate Müller vom Verein Blinder und Sehbehinderter Aue-Schwarzenberg e.V. geführt sind, die hilfreiche Hinweise aus ihrer Erfahrung gab.

Dieser „Bergmann zum Anfassen“ veranschaulicht zugleich die enge Verbindung zwischen Erz- und Steinkohlenbergbau – nahmen sich doch die Bergleute in ihrer äußeren Erscheinung nichts. Zumal fassten viele Bergleute aus dem Erzbergbau bei dessen Niedergang im aufstrebenden Steinkohlenbergbau Fuß. Diese Wanderungsbewegungen werden in der Figur ebenso deutlich, wie das Schnitzen und Basteln als Feierabendkunst, das die Gebirgler mit sich brachten und in den Kohlenrevieren zu hoher Kunst führten.

Die Knappschaft und das Bergbaumuseum sind froh über die unmittelbare und ergebnisorientierte Zusammenarbeit, die sich bei den Vorhaben nicht nur mit und durch den Welterbe-Verein ergibt. Dies wurde auch bei der symbolischen Übergabe der Förderbescheide durch den Geschäftsführer des Vereins deutlich.

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