Dauerausstellung zum Schsischen Steinkohlenbergbau

Hinter den ber 80-jhrigen roten Ziegelmauern des frheren Kaiserin-Augusta-Schachtes verbergen sich einzigartige Zeugnisse des Schsischen Steinkohlenbergbaus. Geprgt wird die Anlage von einem weithin sichtbaren Frderturm, der 1922/23 in sogenannten Heimatstil errichtet wurde. Der Entwurf stammte vom Chemnitzer Architekturbro Zapp & Basarke. 

Der Museumsrundgang beginnt in der Museumskasse, dem frheren Pfrtnerhaus des Steinkohlenwerkes. Von dort gelangt man ber den Treppenturm auf die Brcke, die frher zur berquerung der Gleise der Werksbahn diente. Die Brcke fhrt in den 1939 durch den Architekten Paul Beckert entworfenen Rundbau. Whrend der aktiven Bergbauzeit diente das Gebude als Verwaltungsgebude und als Bergmannskantine des 1946 in Karl-Liebknecht-Schacht umbenannten Bergwerks.

 


Die Entstehung der Steinkohle (mit Karbonwald)

Auf interessante, anschauliche Weise erfahren Sie hier, wie die Steinkohle als mageblicher Energietrger der Industrialisierung in Sachsen entstanden ist. Vor rund 300 Millionen Jahren hatte unsere Erde ein anderes Gesicht als heute. Die spteren schsischen Steinkohlenreviere lagen damals am quator. Im feuchtwarmen Klima wuchsen und starben in sumpfigen Moorwldern uns heute fremdartig vorkommende Pflanzen. Unter Luftabschluss, Druck und steigenden Temperaturen entstanden aus dieser Vegetation die Kohlenschichten.

Ein als begehbare Inszenierung gestalteter Steinkohlenwald vermittelt diese Epoche auf sehr ungewhnlichen Wegen. Er ist fossilen Funden aus den Zwickau-Oelsnitzer Kohlengruben nachempfunden und zeigt die eindrucksvolle Pflanzenwelt des Erdzeitalters Karbon.      

 


Mit der Funkenkutsche durchs Revier

Zwischen 1913 und 1960 fuhr zwischen den Stdten Oelsnitz/Erzgebirge und Hohenstein-Ernstthal (heute Landkreis Zwickau) eine Straenbahn, die berlandbahn. Sie war wichtiges Verkehrsmittel fr die Bergleute und die Arbeiter der Textilfabriken in der Region und erschloss die Orte im Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier. Insgesamt befrderte die Bahn in der Zeit ihres Bestehens 93 Millionen Fahrgste.

In der Ausstellung lernen Sie die Orte des Steinkohlenreviers kennen, die durch die berlandbahn verbunden wurden. Auerdem wird die Geschichte der Bahn von der Grndung der Schsischen berlandbahn-Gesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main bis zur Einstellung der auch liebevoll als "Funkenkutsche" oder "Groschendampfer" genannten Bahn trotz positiver Gutachten fr den Weiterbetrieb dargestellt.

 


Die Lohnschalterhalle

In der Lohnschalterhalle, die im innenarchitektonischen Stil der 1920er Jahre gehalten ist, setzt sich die Ausstellung fort. In der Abteilung "Bergbaulandschaft" wird mit Skizzen, Zeichnungen, Fotografien und Texten die Entwicklung der Region von der Agrar- zur Industrielandschaft dargestellt.

 

 


Die Umformerhalle

Anschlieend betritt man die imposante Umformerhalle, in der sich eindrucksvoll ein Leonard-Umformer von 1923 mit einem 20 Tonnen schweren Schwungrad aufbaut. Zu Zeiten der aktiven Steinkohlen-Frderung wurde hier der ankommenden Drehstrom in Gleichstrom umgeformt, um damit die elektrische Turmfrdermaschine anzutreiben. Bild- und Schrifttafeln zu Ausbau- und Abbautechnologien, zur Wasserhaltung, zu geologischen Vernderungen im Revier, zur Bewetterung und zum Grubenrettungswesen geben interessante Einblicke
in den Steinkohlenbergbau im Revier.
Verschiedene Modelle ergnzen die Ausstellung.

 


 

Die Lampenstube

Schlielich werden in der Abteilung "Bergarbeitergeschichte" sozialgeschichtliche Aspekte des schsischen Steinkohlenbergbaus dargestellt. Auerdem kann sich der Besucher hier ber Gezhe (Werkzeuge des Bergmanns), Geleucht, Bergmannstracht (Habit) oder Markscheidewesen informieren.

 

 


Das Anschauungsbergwerk

Die Lampenstube ist auch Treffpunkt fr die Fhrung durch den geschlossenen Teil des Museums. ber die Hngebank geht es hinab in das spannende Anschauungsbergwerk. Die Fhrung endet an der Dampfmaschine, die als grte noch erhaltene und funktionsfhige Dampfmaschine Sachsens gilt.

 


 

Das Auengelnde

Das Museumsgelnde im Freien mit verschiedenem bergmnnischen Grogert rundet den Ausstellungsbesuch ab. Zu sehen ist unter anderem eine Dampflokomotive der Baureihe 52 aus dem Jahr 1944. Gemeinsam mit einem Gterwaggon aus dem Jahr 1965 verdeutlicht sie die wichtige Rolle der Werkbahn des Steinkohlenwerkes.