4. Sächsische Landesausstellung

25. April - 1. November 2020

INDUSTRIE | KULTUR | MENSCH

Das traditionsreiche Kulturland Sachsen zeichnet sich durch ein reiches Erbe an historischen Städten, Kirchen, Schlössern und Parks, an Museen, Theatern und Opernhäusern aus. In gleicher Weise ist der Freistaat geprägt von eindrucksvollen Zeugnissen seiner industriellen Geschichte. Diesem breiten Spektrum einer faszinierenden Industriekultur, die in der Wahrnehmung häufig hinter dem Glanz der Hochkultur zurücktritt, wird die 4. Sächsische Landesausstellung im Jahr 2020 in Zwickau und Südwestsachsen eine angemessene Bühne bereiten. Die Landesausstellung wird ihren Besucherinnen und Besuchern historisches Wissen vermitteln und Angebote zur Auseinandersetzung, aber auch zur Identifikation mit der eigenen Geschichte machen. Denn das heutige Sachsen wäre ein anderes ohne die kontinuierliche industrielle Entwicklung, die diese Region in der Mitte Europas seit über fünfhundert Jahren verändert und geformt hat.

Ausgerichtet wird die Landesausstellung 2020 vom Deutschen Hygiene-Museum Dresden. Mit zahlreichen überregional beachteten Projekten hat sich das Haus als Spezialist für anspruchsvolle interdisziplinäre Themenausstellungen etabliert, in deren Mittelpunkt der Mensch als kulturelles, soziales und politisches Wesen steht.

Die zentrale Leitausstellung in Zwickau wird sich in einem kulturhistorischen Panorama mit dem Wechselspiel von Industrie, Wissenschaft, Kultur und Mensch auseinandersetzen. Begleitend werden sechs Schauplatzausstellungen zu sehen sein, die an authentischen Orten der sächsischen Technik- und Industriegeschichte wichtige Schlüsselbereiche der Produktion vorstellen. Mit der umfassenden und zugleich vernetzten Ausrichtung der Landesausstellung wird die gesamte Region Südwestsachsen in ihrer eindrucksvollen Vielfalt und internationalen Bedeutung, durch die sie zu einem der wichtigsten Zentren der europäischen Industrialisierung wurde, erfahrbar gemacht.

Die Leitausstellung

Audi-Bau Zwickau © AFF Architekten, Berlin

Die Leitausstellung wird im sogenannten "Audi-Bau" in Zwickau, einer Montagehalle aus dem Jahr 1938, stattfinden, die sich in unmittelbarer Nähe zu den ehemaligen Produktionsstätten der Auto Union AG und des Trabis befindet. Der industrielle Zweckbau wird für die Landesausstellung baulich ertüchtigt und mit einer modernen Infrastruktur ausgerüstet. Auf 2.800 Quadratmetern Fläche entsteht hier eine multidimensionale Ausstellungslandschaft, die für Interessierte aus allen Teilen der Bevölkerung, insbesondere auch für junge Leute und Familien, attraktive Zugänge zur Industriekultur bieten wird.

Die sechs Schauplatzausstellungen

Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge - Schauplatz KOHLE

Dank reicher Steinkohlenvorkommen gilt Sachsen als Pionierregion der Industrialisierung. Der Förderturm in Oelsnitz ist das Wahrzeichen des sächsischen Steinkohlenbergbaus. Die 300 Millionen Jahre alten "Schwarzen Diamanten", der jahrhundertelange Abbau, die Technologien ihrer Weiterverarbeitung sowie deren Bedeutung für Mensch und Landschaft stehen im Fokus der Ausstellung.

August Horch Museum Zwickau - Schauplatz AUTOMOBILBAU

In Südwestsachsen liefen die ersten Modelle großer Weltmarken wie Audi vom Band. In der DDR wurde Zwickau zur Geburtsstätte des legendären Trabant. Das August Horch Museum beleuchtet die Geschichte der durch das Auto möglich gewordenen Mobilität und setzt sich mit Zukunftsfragen auseinander, insbesondere mit Blick auf die in Sachsen beheimatete Automobilproduktion.

Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf - Schauplatz EISENBAHN

In der authentischen Atmosphäre eines historischen Bahnbetriebswerkes, zwischen Dampf-, Diesel- und E-Lokomotiven, erkundet man die Vernetzung von Mensch und Maschine hautnah. Der Ablaufberg mit der Seilablaufanlage zur Zerlegung und Neubildung von Güterzügen präsentiert sich als einmaliges technisches Denkmal.

"Reiche Zeche" Freiberg - Schauplatz ERZ

Das Freiberger Revier war für Jahrhunderte der wichtigste sächsische Silberlieferant und die "Reiche Zeche" eines der fortschrittlichsten Bergwerke Europas. Wo einst die Bergleute Silber schürften und Knowhow sammelten, forschen und lehren heute Wissenschaftler der international renommierten Bergakademie. Tradition und Erfindergeist können hier 150 m unter Tage hautnah erlebt werden.

Industriemuseum Chemnitz - Schauplatz MASCHINENBAU

Ausgehend vom frühen Technologietransfer bis zu den Fabriken der Zukunft wird die sächsische Maschinenbaukunst vorgestellt. Arbeiter, Ingenieure und Unternehmer waren es, die mit Ideen und Fortschrittsglauben das industrielle Herz Sachsens zum Schlagen brachten. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine.

 

Tuchfabrik Gebr. Pfau Crimmitschau - Schauplatz TEXTIL

Dieses außerordentliche Denkmal mit original erhaltenem Maschinenbestand aus über 100 Jahren ermöglicht eine Zeitreise in den harten Arbeitsalltag der Textilarbeiter. Von der Wollflocke über das Spinnen, Weben und Walken bis zur Appretur sind alle Schritte der Tuchfabrikation nachvollziehbar und werden von fachkundigem Personal vorgeführt.